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Jahreskonferenz der WEST-EUROPA-MISSION 2008

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J. Pfründer-Missionsleiter



Fotos zum Bericht


"Christus ist die Antwort"

Gastgeber war die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Wetzlar in der Hermannstraße. Am Samstagvormittag trafen sich die Mitglieder der WEM zu ihrer Jahreshauptversammlung.
Am Nachmittag fanden Gespräche mit Missionaren und Missionsfreunden statt.


Am Samstagabend berichteten Missionare aus Frankreich und Spanien davon, wie sie in Jesus Christus die Antwort auf ihre Fragen fanden.


Als erster sprach Jean-François Butel, Missionar von France Mission, aus Marseille. Er wurde von Wolfram Eberius übersetzt. In seiner Jugend war Jean-François ein überzeugter Marxist, für den es nur eine einzige Erlösung für die Menschheit gab: die marxistische Revolution. Gott kam nicht in seinem Denken vor. Er suchte vielmehr in den Schriften von Lenin und Trotzki nach der Wahrheit. Dann wurde sein älterer Bruder Christ. Jean-François respektierte dessen Entscheidung, konnte sie aber in keiner Weise teilen. Dennoch beschäftigte sich Jean-François mit dem Wort Gottes.
Eines Tages öffnete Gott ihm das Herz und er verstand, dass Gott seinen Sohn, Jesus Christus, in die Welt sandte, um für die Sünden der Menschen zu bezahlen. Jean-François begriff etwas von der großen Liebe Gottes. Diesen Gott wollte er näher kennen lernen. In kurzer Zeit las er das Neue Testament. Nach und nach reinigte ihn Gott von seinem marxistischen Denken und veränderte ihn dadurch vollständig. Jean-François suchte die Antwort auf seine Fragen im Marxismus und fand sie in Christus.


André Schwab aus Douai bei Lille in Nordfrankreich, Missionar von France pour Christ, berichtete wie er Jesus Christus kennen lernte. Er wurde in Lothringen, etwa fünf Kilometer von der deutschen Grenze entfernt geboren. Seine Muttersprache war Deutsch. In seiner Kindheit musste er immer wieder hören, dass er ein Taugenichts sei und es nie zu etwas bringen würde. Nach der Schule beschloss er, Priester in der katholischen Kirche zu werden. Doch das Leben, das der Priester am Ort im vorlebte, gefiel ihm nicht, und er suchte einen anderen Lebensstil. Er führte ein Leben als Hippie mit "love, peace and LSD". Love and peace, Liebe und Frieden, erlebte er nicht, aber Drogen und Alkohol gab es genug in seinem Leben. Eines Tages wurde er gebeten, auf einer Kinderfreizeit eine Gruppe zu leiten. Er traf dort eine Christin, die ihn aufforderte, in der Bibel zu lesen.


Er erkannte seine Sündhaftigkeit und wollte ein Leben mit Gott führen. Er ging in ein Kloster, um Mönch zu werden. Er stellte den Mönchen dort viele Fragen. Als sie ihm erklärten, dass es keine wirkliche Auferstehung Jesu gegeben habe, sondern dass das in der Bibel gleichnishaft gemeint sei, verließ er enttäuscht das Kloster.


Auf einer Evangelisation mit nur vier Besuchern bekehrte er sich zusammen mit den anderen dreien und nahm Jesus Christus als Herrn und Retter an. Er war mit seinem Suchen ans Ziel gekommen. Jesus Christus wurde die Antwort auf alle seine Fragen. Heute arbeitet er mit seiner Familie und vielen freiwilligen Helfern in einer Kaffeebar. Viele Menschen kommen mit ihren Fragen nach dem Sinn des Lebens zu ihm und er ist glücklich, dass er ihnen die richtige Antwort geben kann.


Jorge Pastor, Leiter der Christlichen Schule Alfa & Omega und der Baptistengemeinde in Denia, Spanien, berichtete über seine Erfahrungen mit Gott. Die WEM sendet jedes Jahr freiwillige Helfer aus Deutschland nach Denia, um in der Schule mitzuarbeiten. Sie sind wichtig, damit der Tagesablauf gut funktioniert. An diesem Abend war eine ganze Gruppe von ehemaligen Helfern anwesend. Jorge Pastor bat sie nach vorn und stellte sie vor. Einige aus der Gruppe hatten ihre Ehepartner während des einjährigen Einsatzes in Denia kennen gelernt. Johannes und Daggi lernten sich in Denia kennen und sind jetzt verlobt. Gemeinsam mit Jorge Pastor sangen sie ein spanisches Lied, in dem Jesus Christus verherrlicht wird.


Danach sprach Jorge Pastor über die geistliche Entwicklung in Spanien. Über Jahrhunderte hinweg war Spanien die Wiege des Katholizismus. Man sagte sogar, dass die Spanier katholischer seien als der Papst. Doch das ist Vergangenheit. Die Gesellschaft verweltlicht immer mehr. Noch bezeichnen sich 70% der Bevölkerung als katholisch. Doch von ihnen besuchen nur noch 30% die Messe. Wie sieht es mit den Evangelischen aus? Von ihnen gibt es etwa eine Million. Allerdings sind die allermeisten von ihnen Ausländer, meist aus Lateinamerika und Osteuropa. Nur etwa 120.000 Spanier sind evangelisch. Das sind weniger als 0,4% der Gesamtbevölkerung.


Viele Missionare setzen sich dafür ein, dass die Spanier von Jesus hören. Die Schule in Denia hat dasselbe Ziel. Sie wurde vor 28 Jahren gegründet. Die Arbeit begann mit Sommerfreizeiten. Danach wurde ein Kindergarten mit dreißig Kindern eingerichtet. Heute werden Kleinkinder ab 3 Monaten in die Kinderkrippe aufgenommen. Insgesamt
etwa 400 Kinder besuchen die Schule.


Was unterscheidet die Schule Alfa & Omega von öffentlichen Schulen? Hier wird auf jedes einzelne Kind eingegangen. Es werden christliche Werte vermittelt. Das Lernprogramm ist anspruchsvoll. Die Kinder schneiden bei den staatlichen Prüfungen als Beste ab. Es werden auch Kinder von Einwanderern aufgenommen. Vielen von diesen Kindern wird mit Stipendien geholfen. Manche sind auch am Wochenende da, weil die Eltern arbeiten.


Wie sieht die finanzielle Seite aus? Das bescheidene Schulgeld reicht gerade aus, um die Lehrer zu bezahlen. Sie erhalten spezielle Gaben, die für die Instandhaltung des Zentrums und für Stipendien gebraucht werden. Viele Leute arbeiten unentgeltlich mit.


Eine wichtige Aufgabe ist der Kontakt zu den Eltern. In Spanien wird die Hälfte der Ehen geschieden. Durch intensive Kontakte und viele Gespräche konnte manch zerrüttete Ehe von Eltern, deren Kinder hier zur Schule gehen, gerettet werden.


Seit 35 Jahren spricht Jorge Pastor jeden Sonntag im Radio. Dadurch kamen Menschen zum Glauben und wurden Ehen gerettet.


In der Gemeinde, die Jorge Pastor leitet, wird der Glaube an Jesus Christus vorgelebt. Viele Menschen werden durch die Arbeit der Schule und der Gemeinde mit dem Evangelium erreicht. Den suchenden Menschen wird gezeigt und bezeugt, dass allein Jesus Christus die Antwort auf ihre Fragen ist.


Am Sonntagnachmittag sprach als erster der Missionsleiter von Evangelismo En Acción (EEA), Benjamín Martín. Die Vision von EEA ist, ganz Spanien mit dem Evangelium zu erreichen.


Seit 42 Jahren werden christliche Sendungen über das Radio ausgestrahlt. Heute senden 104 Stationen, über ganz Spanien verteilt, 30minütige Programme und erreichen damit etwa 20 Millionen Menschen. Wie viele die Sendungen wirklich auch hören ist nicht bekannt. Über das Internet erreichen die Sendungen die ganze Spanisch sprechende Welt. Das Motto von EEA ist: Das Evangelium für alle, zu jeder Zeit, an jedem Ort und über alle Medien.


Hauptaufgabe von EEA ist die Gründung neuer Gemeinden im Norden, Süden und im Zentrum Spaniens. In diesem Bereich fehlen Mitarbeiter. Es gibt noch sehr viele Orte, wo es kein christliches Zeugnis gibt. Für diese Arbeit werden zur Zeit Gespräche mit einem Ehepaar geführt, das sich eventuell berufen lässt. Ein weiteres Ehepaar arbeitet bisher in Argentinien und ist offen für einen Dienst in Spanien. Seit 33 Jahren gibt es die Arbeit in drei Freizeitzentren. Viele Menschen, Erwachsene, Jugendliche und Kinder sind dort mit dem Evangelium erreicht worden. Dank der Gebete und Gaben der Missionsfreunde der WEST-EUROPA-MISSION kann die Arbeit von EEA in Spanien unterstützt werden.


Anschließend sprach Jorge Pastor, Leiter der Schule Alfa & Omega über seine Arbeit. Er ist dankbar für das Interesse vieler Schüler und Eltern am Evangelium und für die finanzielle Hilfe, ohne die die Arbeit nicht möglich wäre. Zur Zeit gibt es Probleme mit dem Grundbuchamt. Durch einen Irrtum wurde das Gelände von Alfa & Omega vom privaten Status in den öffentlichen vertauscht. Das gäbe der Stadt jederzeit die Möglichkeit, das Grundstück zu enteignen. Jorge Pastor bittet um Gebet, damit der Fehler schnell korrigiert werden kann.


In den vergangenen beiden Jahren haben Gemeinden aus verschiedenen Städten die Absicht geäußert, ebenfalls christliche Schulen zu gründen. Die öffentlichen Schulen haben einen schlechten Ruf. Viele Menschen, auch Nichtchristen, wollen ihre Kinder lieber in christliche Privatschulen schicken.


Zu den Abschlussfesten des Schuljahres bei Alfa & Omega werden etwa 4000 Besucher erwartet. Das ist eine großartige Gelegenheit, von Jesus Christus zu reden. An den Sommerfreizeiten auf dem Schulgelände nehmen auch viele Schüler teil. Sie erfahren dabei viel über den Glauben.


Jorge Pastor ist jetzt 58 Jahre und sucht dringend einen Nachfolger. Er arbeitet mit einem guten Team, aber niemand will die volle Verantwortung übernehmen. Jorge Pastor bittet um Gebet für die genannten Anliegen.


Anna Langos, Missionarin in Alicante (Spanien), zeigte anhand eines typischen spanischen Drinkgefäßes, welche Bedeutung klares Wasser hat. Jesus Christus gibt uns lebendiges Wasser - umsonst. Das hat viel mit ihrer Arbeit in zwei Gästehäusern zu tun. Im Haus Betania werden Gruppen betreut, die dort Urlaub machen. Dabei spielt die Verkündigung von Gottes Wort eine wichtige Rolle. Im Haus Refugio dürfen Pastoren und andere Hauptamtliche an Leib, Seele und Geist neu auftanken. Anna Langos arbeitet in einem internationalen Team. Neben der Freizeitarbeit werden täglich 24 Stunden christliche Radioprogramme in die Umgebung ausgestrahlt. Freundschafts-Evangelisationen sind ebenfalls ein wichtiger Teil der Arbeit. Erst vor wenigen Tagen konnten sie einem sterbenskranken Mann die vier geistlichen Gesetze erklären. Anna Langos bittet um Gebet, damit dieser Mann, der vor dem Tor zur Ewigkeit steht, Jesus Christus als Herrn und Retter annimmt. Viele Menschen haben durch die Arbeit von Anna und ihrem Team Jesus Christus persönlich kennen gelernt und von Gott Wasser des ewigen Lebens erhalten.


Jean-François Butel ist seit 23 Jahren Missionar bei France Mission. Seit 9 Jahren arbeitet er mit seiner Frau in Marseille. Dort betreuen sie drei Gemeinden und ein Jugendzentrum. Er selbst ist Pastor der Hauptgemeinde. Die anderen sind Tochtergemeinden. Eine davon in St. Louis, einem Stadtviertel im Norden von Marseille, braucht dringend neue Räume. In der Nähe soll eine große Moschee gebaut werden. Die kommunistische Stadtverwaltung möchte lieber, dass eine evangelische Kirche gebaut wird. Für sie ist dies das kleinere Übel. Im vergangenen Jahr kam eine Basketballmannschaft aus den USA und evangelisierte mit gutem Erfolg unter den jungen Moslems des Stadtviertels. Dieses Jahr wollen sie wiederkommen. 15 Kilometer weiter südlich betreuen Butels eine kleine Gemeinde mit etwa 35 Besuchern. Sie suchen dringend Räume, weil die bisherigen abgerissen werden sollen. Die Gemeinde hat einen Pastor, Ahmid Bataoui, dessen Gehalt sie, ebenso wie die neuen Räume, finanzieren muss. Für Butels beginnt eine neue Dienstetappe. Sie werden die bisherige Gemeinde abgeben und in einer neuen Gemeindegründungsarbeit, etwa 30 Kilometer entfernt, verantwortlich helfen.


Michaela und Pascal Herrmann arbeiten mit Studenten in Lille, Nordfrankreich. Unter den fast 90.000 Studenten gibt es nur etwa 30 die an Jesus Christus glauben. Herrmanns helfen den Christen unter den Studenten bei der Integration in eine der vier Gemeinden in Lille, mit denen sie zusammenarbeiten. Die Studenten, die Jesus Christus nicht kennen, versuchen sie mit verschiedenen Programmen zu erreichen. Es werden Umfragen über Bibelwissen gemacht, Evangelien verteilt, bisher etwa 800, Bibelfernkurse angeboten, zur Zeit für 40 Studenten, und mit Interessierten die Bibel studiert. Grundsätzlich ist das Interesse an der Bibel ziemlich groß. Das hat aber mehr einen kulturellen als einen geistlichen Hintergrund. So kommen immer mehr zu den Bibeltreffen und lernen Gottes Wort dabei kennen. Die christlichen Studenten arbeiten gut mit. Vier von ihnen wollen gern selbst als Missionare arbeiten. Wichtig ist, dass die Studenten im Alltag begleitet werden. Das ist in dem 95qm großen Haus, das Herrmanns bisher mit ihren Kindern und zwei Studenten am Stadtrand bewohnen, kaum möglich. Deshalb suchen sie ein großes Haus, mehr im Zentrum der Stadt. Die Mieten sind extrem hoch, so dass es sich lohnen würde, etwas zu kaufen. Sie bitten um Gebet für das große Projekt des Hauskaufs.


Thierry Huckel und Bettina Dolmetsch vom Institut Biblique in Südfrankreich arbeiten mit Bibelfernkursen für Kinder und Jugendliche.


Es fehlt ihnen an Mitarbeitern. Zur Zeit sind sie zu dritt, manchmal zu viert. Eine Mitarbeiterin ist im Mutterschutz, eine andere im Erziehungsurlaub. Eine weitere, sehr gute Mitarbeiterin verlässt sie im Juni. Neue Mitarbeiter müssen 6 bis 8 Monate eingearbeitet werden. Ein wichtiges Anliegen sind neue Langzeitmitarbeiter. Die lang geplante Umstellung der Kurse auf das Internet konnte bisher nicht realisiert werden, weil keine Zeit für dieses aufwendige Vorhaben bleibt.


Die Kursteilnehmer stellen viele Fragen über die Bibel und über Jesus Christus. Nicht immer kann die Antwort einfach nur Christus sein, wie es das Thema der Konferenz herausstellt. Oft müssen die Frager erst einmal verstehen, wer Jesus Christus ist. Viele Fragen sind schwer zu beantworten. Daher braucht es Mitarbeiter, die sich sehr gut in der Bibel auskennen.


Martin und Lydia Symons aus Belgien berichteten von ihrer Arbeit. Belgien ist ein katholisches Land. Nur etwa 0,5% der Bevölkerung haben eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus. Viele Belgier sind auf der Suche nach religiösen Erfahrungen, aber nicht nach Gott. Es gibt katholische Priester, die sich intensiv mit Zen Buddhismus und Yoga beschäftigen. Die Jugend sucht nach Normen und beständigen Werten. Junge Leute sind eher offen für das Evangelium als ältere. Martin Symons predigt in den Gemeinden und hält Versammlungen, in denen die Bibel studiert wird. Er bietet Kurse für Neubekehrte an. Auch gibt es ein spezielles Bibelstudienprogramm für Einwanderer aus Russland. Vor einem Monat wurden sieben Personen getauft.


Martin Symons Hauptarbeit besteht in der Seelsorge. Der Anteil der Nichtchristen, die bei ihm Hilfe suchen, nimmt stetig zu. Viele bekehren sich während der Beratungszeit und bekennen, dass sich ihr Leben durch Christus vollständig zum Guten verändert hat. Martin Symons hat drei bis vier Seelsorgegespräche pro Tag neben seiner sonstigen Arbeit. Ein Ehepaar kommt jedes Mal über 200km weit zu ihm.


In Belgien begehen jeden Tag sieben Menschen Selbstmord. Viele Mensche haben große seelische Probleme. Die Seelsorgearbeit sollte rasch ausgeweitet werden, doch es fehlt an Mitarbeitern. Seine Tochter hilft dabei. Sie kann besonders gut mit Kindern umgehen.


Elisabeth und Nicola Martella leben und arbeiten in Rom und Umgebung, speziell in den Orten Finocchio, Due Leoni, Frascati, Monte Porcio und Tivoli. Vor Kurzem konnte für die Gemeinde in Tivoli ein Raum gekauft werden. Nicola betreibt eine intensive theologische Arbeit mit Publikationen von Büchern, Artikeln in vielen Zeitschriften und mit einer theologischen, missionarischen und seelsorgerlichen Internetarbeit. Im vergangenen Monat kam sein 26. Buch heraus, ein Bibelpanorama.


Die geistliche Situation in Italien, vielleicht auch in ganz Westeuropa, wird am Besten durch folgendes Bild deutlich. Auf einem Felsen stehen in großen Buchstaben die Worte "Christus ist die Antwort". Darunter hat jemand mit kleinen Buchstaben geschrieben "Und was ist die Frage?". Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, wer Jesus Christus ist. Nur so kann er die Antwort auf ihre Fragen werden. In diesem Sinn ist auch die Internet-seite von Martellas aufgebaut. Sie besteht aus mehreren hundert Seiten. In einer Woche gibt es etwa 1500 Zugriffe. Nicola Martella bekommt täglich eine Flut von E-Mails und versucht sie zu beantworten. Pro Monat schreibt er Nachrichten an etwa 4000 Adressen. Zu einer Vielzahl von Themen nimmt er Stellung. Zum Beispiel schreibt er über Arbeitslosigkeit, Werte, Okkultismus, Endzeit und vieles mehr. Menschen überall in der Welt lesen diese Artikel. Im Ausland werden sie oft in die Landessprache übersetzt.


André Schwab, Missionar in Douai (Nordfrankreich) arbeitete viele Jahre mit klassischen Evangelisationsmethoden, nahezu ohne jeden Erfolg. Vor ein paar Jahren beschritt er mit seinem Team einen völlig neuen Weg. Er eröffnete im Stadtzentrum ein alkoholfreies Café. Dadurch konnte ein guter Kontakt zu vielen Menschen hergestellt werden. Einige haben ihr Leben Jesus Christus gegeben und eine kleine Gemeinde entstand.


André Schwab war der Hauptredner der Konferenz und sprach zum Konferenzthema.


Er begann seine Ansprache mit einer Frage: "Glauben wir an die Kraft des Evangeliums im 21. Jahrhundert? Glauben wir, dass heute noch jemand vom Weg der Sünde umkehrt, wenn er die Botschaft vom Kreuz hört?" Er selbst hat viele Jahre hindurch diese Botschaft gepredigt, doch die Menschen hatten kein Interesse am Evangelium. Sie glaubten nicht mehr an die eine Wahrheit. Wir sagen, dass Jesus Christus die Antwort ist. Die Menschen in Frankreich akzeptieren das soweit es uns evangelikale Christen betrifft; aber für sie ist das im Allgemeinen nicht relevant. In Johannes 3,16 wird deutlich, dass Jesus der Ausdruck der Liebe Gottes zu uns Menschen ist. Diese Liebe Gottes müssen wir den Menschen zeigen. Wenn jemand in das Café kommt, dann bringt er seine ganze Lebensgeschichte mit. Wir interessieren uns für ihn und zeigen ihm das auch. Manche sagen, dass es sie beeindruckt, wie wir miteinander umgehen und was wir sagen. Sie möchten wissen warum wir so anders sind.


Westeuropa hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend geändert. Heute wollen die Menschen das Glück sofort und mit allen Mitteln. Es darf keine Schmerzen und keine Probleme geben. Wenn es die trotzdem gibt, dann müssen sie mit allen Mitteln beseitigt werden. Viele greifen zu Drogen und Alkohol.


In der Bergpredigt Jesu steht am Anfang zehn Mal "glücklich". Doch dabei handelt es sich um ein anderes Glück als das, was die Menschen heute unter Glück verstehen. Sie suchen das Glück im "Ich". Dabei vereinsamen sie immer mehr. Über das Internet ist man mit der ganzen Welt verbunden. Dennoch nimmt die Einsamkeit zu. Wie können wir helfen?


André Schwab schreibt vom Urlaub immer Postkarten an Nachbarn und Bekannte und macht ihnen deutlich: "Ich denke an euch!" Die Leute wundern sich darüber und kommen ins Nachdenken. Sie müssen spüren, dass wir sie lieb haben. Wir müssen sie dort abholen wo sie stehen. Der Mensch heute sagt: "Ich fühle, also bin ich!" Doch Gefühle ändern sich. Auf sie ist kein Verlass. Deshalb suchen die Menschen andere Menschen, denen sie vertrauen können, mit denen sie über ihre Probleme reden können. Bei André im Café können sie darüber reden. Die Menschen in der Welt verstehen unsere theologischen Predigten nicht mehr. Wie können wir heute effektiv evangelisieren? Eine Statistik zeigt folgenden Sachverhalt: 1 bis 2% der Christen kommen über eine Evangelisation zum Glauben; 2 bis 3% über den Einfluss des Predigers; 1 bis 2% durch Hausbesuche von Christen; 4 bis 5% durch die Sonntagsschule und 75 bis 85% über persönliche Kontakte.


Wir müssen die Menschen begleiten, müssen uns überlegen was sie beschäftigt. Unsere Botschaft ist glaubwürdig, wenn wir glaubwürdig sind. Wenn unser Leben die Liebe Gottes spiegelt, dann öffnen sich Menschen für die Botschaft vom Kreuz. Dann werden sie eines Tages bekennen, dass Christus die Antwort auf ihre Fragen ist.


 

Andre_SchwabAnna_LangosBenjamin_Martin_Ruth_RoblesDr.Wilhelm_DoerrElisabeth_und_Nicola_MartellaExvoluntaere_von_DeniaJ.-F.Butel_uebersetzt_von_W.EberiusJohannes_und_DaggiJorge_Pastor_uebersetzt_von_ Anna_LangosKlaus_Loh_und_Beate_PfruenderM.Symons_uebersetzt_von_G.SchellhaseMichaela_und_Pascal_HerrmannPublikumTechnikThierry_Huckel_und_Bettina_DolmetschW.Doerr_begruesst_A.LangosWEM_Missionaremissionarisches_Cafe_in_Douai