Die WEM arbeitet in:
In diesen Ländern unterstützt
sie einheimische Missionare
bei verschiedenen Aufgaben.
Nicolas Kessely-Vorstandsmitglied WEM, Johannes Pfründer-Missionsreferent
Fotos zum Bericht
Die Reise beginnt mit einem Treffen am 19. Juni um 10.00 Uhr in der FpC-Gemeinde in Hagenau, im Elsaß. Im Gespräch erfahren wir, dass diese Gemeinde 1980 von FpC gegründet wurde. 1989 wurde ein großes Haus gekauft (Foto 1).
Die Gemeinde ist seit 1996 unabhängig und wird durch ein Kollegium geleitet. Sie hat 70 Mitglieder und ist Teil eines Netzwerkes, das aus folgenden Gemeinden besteht: St. Avold, Bitche, Rohrbach, Weisslingen, Alteckendorf (ist die größte Gemeinde von FpC mit 125 Mitglieder), Dettwiler und Obenheim.
Direktor von FpC ist seit 2005 Jeannot Gauggel, als Nachfolger von Nicolas Kessely.
Am Nachmittag besuchen wir die Zentrale von FpC in Drulingen (Foto 2).
Jeannot Gauggel setzt als Direktor fünf Schwerpunkte für seine Arbeit: Etwas gegen die Einsamkeit der Missionare zu tun; ständige Fortbildungen für Missionare und Gemeindeleiter; überprüfen, ob die Mitarbeiter ihren Gaben und Fähigkeiten entsprechend eingesetzt sind; die Gemeinden in ihren strategischen Überlegungen unterstützen; überprüfen, was sich bewährt hat und was geändert werden muss.
Am Mittwoch, den 20. Juni fahren wir nach Marpent im Norden Frankreichs. Dort besuchen wir die Druckerei BLF (Biblische Literatur für französischsprachige Gebiete), ein Partner von FpC. Hier werden derzeit neben 60 Buchtiteln zahlreiche Traktate, Schriften, Plakate und Flyer hergestellt. Das dort arbeitende Team besteht aus Menschen verschiedener Nationalitäten.
Es wird mit alten Druck-, Falz- und Bindemaschinen gearbeitet, die eine gute Wartung erfordern. Es werden auch Schriften für den wallonischen (französischen) Teil Belgiens gedruckt.
Ein großes Projekt derzeit ist der Druck von 50.000 Expl. des Neuen Testaments, die kostenlos in Frankreich verteilt werden sollen. 15.000 Expl. sind bereits fertig. Eine Kinderbilderbibel und die gesamte Bibel in einer modernen Sprache werden in großer Auflage gedruckt und verkauft.
(Fotos 3 und 4)
Anschließend fahren wir mit Jean-Jaques Herrmann nach Feignies. Die Gemeinde dort wurde 1989 begonnen und besitzt ein eigenes Haus (Foto 5).
In St. Remy du Nord treffen wir Freddy Niess, der Ende Juni von Lille nach Valenciennes umzog, um die Arbeit dort zu betreuen (Foto 6 von li. Fam. Herrmann, F. Niess, Fam. Kessely. Foto 7 zukünftiges Zuhause von Fam. Niess in Valenciennes).
Die Gemeinde selbst trifft sich in Marly, am Rand von Valenciennes, in einem Saal der Musikschule.
Am Spätnachmittag fahren wir weiter nach Rouvroy, in der Nähe von Lille, zu Familie André und Esther Schwab, Gebiets-Leiter der Arbeit in Nordfrankreich. Fast alle Missionare des Nordbezirks sind zu unserer Begrüßung versammelt (Foto 8: André Schwab 2. von re.).
André Schwab berichtet als Teamleiter über die Arbeit im Norden Frankreichs:
Im Dreieck Lille-Lens-Douai leben 1,8 Millionen Menschen. Hier arbeiten Familie Schwab (Douai), Familie Devins (Lille) zu denen im Sommer Ela & Pascal Herrmann (Foto 9), sowie das Ehepaar Yates (Foto 10) für die Studentenarbeit stoßen.
In Lens arbeiten Cilla & Eric Dettwiler im Team mit Emmanuel Kessely und dessen Familie. Letzterer als Zeltmacher. In Lille studieren 85.000 Studenten und es gibt dort bisher nur eine kleine missionarische Arbeit. Pascal & Ela Herrmann arbeiteten die vergangenen sechs Jahre im FEU (Foyer Evangélique Universitaire) in Grenoble. Nach guten Erfolgen in Grenoble soll die Arbeit des FEU auch in Lille intensiviert werden. Neben einer klaren biblischen Ausrichtung soll ein Ort entstehen, wo sich die Studenten treffen und geistlich begleitet werden können.
Familie Schwab arbeitete viele Jahre mit klassischen Evangelisationsmethoden: Haus zu Haus Besuche, Traktatverteilung, Straßenevangelisationen. Das Ergebnis war fast Null. So wurden sie bereit, über Alternativen nachzudenken. Vor zwei Jahren eröffneten sie eine Kaffee-Bar in der Fußgängerzone von Douai (Foto 11 und 12).
Hier werden verschiedene Kaffeesorten, alkoholfreie Getränke und Eis angeboten. Studenten können mittags ihr Essen mitbringen und etwas trinken. Daneben werden Lebensmittel aus der Dritten Welt verkauft. Künstler können im Obergeschoss ihre Bilder ausstellen und anbieten.
An manchen Tagen finden Spielabende und Gesprächsrunden statt. Auf diese Weise sind sie mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen. Etliche haben sich bekehrt und gehören jetzt zur Gemeinde. In der Stadt selbst haben sie einen guten Ruf und sind überall bekannt. Auf dem Markt führen sie einen Stand mit Dritte-Welt-Artikel. Seit diesem Jahr ist die Bar schuldenfrei und in den schwarzen Zahlen.
Nach dem Besuch der Kaffee-Bar in Douai am Donnerstagvormittag fahren wir nach Loos, am Rand von Lille, zu Familie Devins (Foto 13).
Zusammen mit Pierre-André Devins besuchen wir das Stadtzentrum von Lille. Auffallend sind prächtige Türme der öffentlichen Gebäude, besonders des Rathauses (Foto 14).
Diese wurden aus ideologischen Gründen bewusst höher und schöner gebaut als die Kirchtürme. Der Norden und besonders Lille ist eine Hochburg der politischen Linken. Anschließend fahren wir zu drei von vier Einrichtungen der Universität, wo zu dieser Spätnachmittagszeit nicht mehr viel los ist. Tagsüber tummeln sich hier unübersehbare Scharen von Studenten. Wir fahren den U-Bahn-Linien entlang, die von den Studenten benutzt werden. Pierre-André zeigt uns eines der Häuser, die für die Studentenarbeit zum Kauf angeboten wurden.
Am Freitag, den 22. Juni, fahren wir in Richtung Südosten, wo wir gegen Mittag in St. Quentin bei Familie Lydia und Gilles Georgel ankommen (Foto 15, re.).
Gilles erzählt von seinem Werdegang. Er arbeitete ab 1980 mit Daniel Herrmann in den Vogesen im Gemeindebau. 1984 ging er nach Hirson, 60 km östlich von St. Quentin, und arbeitete dort zwölf Jahre ebenfalls im Gemeindebau. Schon lange hatte er eine innere Last für St. Quentin, der mit 60.000 Einwohnern größten Stadt des Bezirks. Die ersten Kontakte bekamen sie durch zwei Sommereinsätze. 2001 gab es die ersten Bekehrungen. Inzwischen bilden fünf Familien die Basis der Gemeinde, die aus 12 Erwachsenen und 10 Kinder besteht. Ab 2003 wurde ein Raum in der Stadt gemietet. Es bestehen Überlegungen, wie die Evangelisation rascher vorangetrieben werden kann, z.B. durch einen Buchladen. Bisher wird hauptsächlich über das Internet und mit Büchern gearbeitet, die Gilles selbst schreibt, z.B. „Der Besucher“. Gilles hat einen Mitarbeiter in Aussicht, einen Bibelschuldirektor, der demnächst in den Ruhestand geht und sich in ihrer Nähe eine Wohnung sucht.
Zu diesem Bezirk gehören folgende FpC-Gemeinden: Verdun, 200km entfernt; Charlesville, 120 km entfernt; Hirson, 60km entfernt und St.Quentin.