Die WEM arbeitet in:
In diesen Ländern unterstützt
sie einheimische Missionare
bei verschiedenen Aufgaben.
Johannes Pfründer, Missionsreferent
Die Konferenz stand unter dem Thema: „Mit Christus überwinden“. Nach der Mitgliederversammlung am Samstagvormittag wurden am Nachmittag Gespräche mit den Missionaren geführt.
Danach fand ein Abend für Jung und Alt mit Stefan Kiene, dem Leiter der Fackelträgerbibelschule in der Klostermühle statt. In einem Interview berichtete Stefan Kiene über Werdegang, Arbeit und Familie. In 4 Punkten, unter Bezugnahme auf Römer 8,31-39, ging Stefan Kiene danach auf das Konferenzthema ein: 1. Meine Schwäche, aber dennoch reich beschenkt. Obwohl ich ein Nachfolger Jesu bin weiß ich nichts, habe nichts zu bringen und nichts zu sagen. Oft plagt mich Antriebslosigkeit und Leere. Auch leide ich, wie die Welt, unter Krankheit und Zerfall, unter Not und Leid. Doch ich habe Jesus Christus. Mit ihm wird mir alles geschenkt (V.31-32). Nicht ich brauche zu siegen, sondern Christus siegt für mich. Mein äußerer Leib verfällt. Doch von Innen heraus werde ich geistlich erneuert. 2. Meine Sünde und doch gerecht gemacht. Wie sollen wir überwinden, wenn die Sünde uns umstrickt? Unbereinigte Schuld verhindert unseren Sieg in Christus. Zuerst müssen wir erkennen, dass wir bis ins Mark korrupt sind. Danach müssen wir Buße tun und von unserem falschen Weg umkehren. Schließlich dürfen wir heimkehren zu unserem himmlischen Vater, der uns mit offenen Armen und unendlicher Liebe empfängt. 3. Meine Selbstzweifel und doch stark vertreten. Satan klagt uns an. Wir sind oft niedergeschlagen. Wir haben Angst vor dem Versagen. Selbstzweifel nagen an uns oft bis zur Selbstaufgabe. Mein Herz verdammt mich. Ich darf es zum Schweigen bringen, weil Christus mich vertritt (Vers 34). 4. In Schwierigkeiten und doch hingebungsvoll geliebt. Soviel Not, Leid und Leiden, auch in unserem Leben. Wie können wir da überwinden? Wir überwinden, weil wir hingebungsvoll geliebt werden (V.37). Es ist nicht entscheidend wie es uns geht, ob wir gesund sind und Erfolg haben oder ob es uns schlecht geht und wir ganz unten sind. Entscheidend ist: wir sind geliebt (Hohelied 8,6). Das ist der Sieg, dass ich am Herzen Jesu hänge. Wir sind glänzend am Siegen. Doch nicht wir siegen, sondern Jesu Liebe in uns siegt. Wir überwinden mit Christus, indem wir ganz fest an ihm hängen, an seinem liebenden Herzen.
Anschließend erschien Nicolas Kessely, Missionar in Frankreich, Vorstandmitglied der WEM und ehemaliger Leiter von France pour Christ mit einer Leiter auf der Bühne. Während er die Leiter hinaufstieg erzählte er, wie er lange Zeit versucht hatte, geistlich ganz weit nach oben zu kommen. Dabei war die Gefahr groß, auf andere herabzublicken, die noch nicht so weit gekommen waren. Jesu holte ihn schmerzhaft auf den Boden zurück und machte ihm klar, dass der Weg zum Leben nicht nach oben, sondern nach unten geht. „Alle meine Quellen sind in dir (Gott)“ (Originaltext Psalm 87,7). Ich kann zum Herrn kommen wie ich bin. Ich muss mich nicht abkrampfen. Der Herr genügt für alle meine Bedürfnisse und Lebensumstände.
Frankreichmissionar Pierre Fleck erzählte aus seiner Kindheit. Aufgewachsen in einer streng katholischen Bauernfamilie musste er mit Eltern und Geschwistern oft Stunden lang zu Gott, Maria und den Heiligen beten und regelmäßig zur Beichte gehen. Schon früh spürte er seine Sündhaftigkeit und suchte nach Erlösung von seiner Schuld. Der Priester empfahl ihm Ave-Marias zu beten. Die Sehnsucht nach echter Sündenvergebung wurde immer größer. Er lernte eine evangelische Jugendgruppe kennen und bekam ein Neues Testament, das er heimlich las
Beim Lesen erkannte er noch weit stärker, dass er ein verlorener Sünder war. Sein Vater war zornig, dass er die Bibel las und nahm sie ihm weg. Er bekam eine neue Bibel. Dann erkannte er die große Liebe und Gnade Gottes und nahm Christus als Herrn und Retter an. Daraufhin weigerte er sich, mit der Familie zusammen zu Maria und den Heiligen zu beten mit dem Ergebnis, dass der Vater ihn aus dem Haus warf. Pierre war damals 17 Jahre alt. Er kam bei Nicolas Kessely unter und wurde später Missionar. Immer wieder versuchte er, sich mit seinen Eltern zu versöhnen. Heute ist das Verhältnis zu ihnen weit besser, aber sie haben den Schritt zu Jesus noch nicht getan.
Der Gottesdienst am Sonntagvormittag begann mit einer Begrüßung durch Andreas Haupt, als Vertreter der gastgebenden Gemeinde. Er erinnerte an die Jubiläumskonferenz aus Anlass des 30jährigen Bestehens der WEM, die ebenfalls in den Räumen der EFG Hochelheim stattgefunden hatte. Danach dankte Dr. Wilhelm Dörr, 1. Vorsitzender der WEST-EUROPA-MISSION, der Gemeinde für die herzliche Aufnahme. Bettina Dolmetsch, Frankreich-Missionarin am Institute Biblique, berichtete, dass sie schon als Kind einer schwäbischen Familie eine Entscheidung für Jesus traf und für Jesus leben und arbeiten wollte. Schon früh hatte sie Freude an Fremdsprachen, besonders an Französisch. Sie erkannte die große geistliche Not in dem Nachbarland und wollte helfen, dass viele Franzosen Gottes Wort hören. Trotz Behinderung konnte sie ihr Sprachstudium mit gutem Erfolg abschließen und arbeitet seit vielen Jahren in der Abteilung für Bibelfernkurse mit. An den Kursen nehmen zur Zeit etwa dreitausend Kinder teil. Nach einem Chorlied sprach Abel Rozada, Missionar in Nordspanien. Er wurde von Ruth Robles übersetzt. Er kommt, was in Spanien äußerst selten ist, aus einer Jesusgläubigen Familie. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er mit seiner Familie an einem Ort, an dem es keine evangelische Gemeinde gab. Später zogen sie in eine Stadt um, wo sie sich einer Gemeinde anschlossen. Mit 15 Jahren traf er eine persönliche Entscheidung, Jesus nachzufolgen und ihm zu dienen. Als evangelischer Christ hatte er es nicht leicht in einem fast durchweg katholischen Umfeld. Mit 19 Jahren besuchte er für 4 Jahre eine Bibelschule. Danach wurde er von Juan Gili, damals Leiter der WEM-Partnermission Evangelisation in Aktion (EEA) zur Mitarbeit eingeladen.
Nach einem weiteren Chorlied sprach der belgische Missionar Martin Symons zum Konferenzthema. Übersetzt wurde er von Gundolf Schellhase. Martin Symons sprach über verschiedene Kampffelder, auf denen die Christen bestehen müssen, um überwinden zu können. 1. Der Kampf zwischen dem alten und dem neuen Ich. Anhand von Römer 7,24-25 erläuterte er was es damit auf sich hat. Er selbst ist seit 35 Jahren Christ und kämpft immer noch mit seinem alten Ich. Es ist ein Kampf zwischen Geist und Fleisch. Wenn ich tue, was das irdisch und weltlich gesinnte Fleisch will, dann zeigt mir der Geist, dass es falsch ist. Wenn ich dem Geist folge, der möchte, dass ich Gottes Willen tue, dann macht das Fleisch nicht mit. Dieser Kampf ist äußerst mühsam und kann nur mit Christus in dem Sinne gewonnen werden, dass der Geist siegt. 2. Der Kampf im Gebet. In Römer 15,30 wird deutlich, dass Beten Kampf ist. In der belgischen Bibel wird das Wort „Ringen“ mit der Bedeutung gebraucht, dass der Gegner solange festgehalten werden muss bis er niedergerungen und besiegt ist. Dasselbe gilt für unsere Gebetsanliegen. Wir sollen nicht nachlassen bis wir Antwort auf unsere Gebete bekommen. Warum bekommen wir keine Antwort? Weil wir zu wenig oder gar nicht beten oder weil wir nicht engagiert genug beten. 3. Der Kampf gegen böse Geister. Der Kampf des Christen richtet sich nicht gegen sichtbare Gegner, sondern gegen die Mächte der Finsternis (Eph.6,11-12). Viele Christen sagen, dass es Zauberei nur bei den Nichtchristen gäbe. Das ist nicht wahr. Im Alten Testament sagt Samuel zum König Saul: „Ungehorsam ist Abgötterei. Ungesetzlichkeit ist Zauberei“ (1.Samuel 15,23). Christen können Zauberer sein. Ein Zauberer versucht durch Worte und Rituale, durch Manipulation und Dominieren, andere Menschen in seine Macht zu bekommen. Das gibt es auch unter Christen (Galater 3,1). Ein Christ sollte genau prüfen mit was er sich beschäftigt. Wie stehe ich zu Horoskopen und alternativ-rituellen Praktiken? 4. Der Kampf im Leiden mit Christus. Christsein bedeutet oft Leiden. Wenn wir leiden und schwach sind, dann lernen wir Christus erst wirklich kennen. Wenn es uns gut geht fragen wir nur wenig nach Gott. 5. Der Kampf das Evangelium weiterzusagen. Die frohe Botschaft vom Heil durch Christus weiterzusagen bedeutet Kampf und Leiden (1. Thessalonicher 1-2). Wir haben Angst, unseren Glauben vor anderen zu bezeugen. Auch diesen Kampf des freimütigen Bekennens unseres Glaubens können wir nur kämpfen, wenn wir uns Christus anvertrauen und seine Kraft in uns wirksam werden lassen. Doch Christus hilft uns nicht nur in unseren Kämpfen. Er möchte unendlich viel mehr Großes in unserem Leben tun, weit mehr als was wir bitten und verstehen, wenn wir ihm nur vertrauen. Ihm sei alle Ehre (Eph.3,20-21).
Dr. Wilhelm Dörr eröffnete die Festveranstaltung am Sonntagnachmittag mit 1. Johannes 5,4. Entscheidend sei doch, dass wir die Liebe Jesu entdecken und was er für uns getan hat. Nur im Vertrauen zu Jesus können wir überwinden.
Ana Maria Huck aus Spanien überbrachte Grüße von Benjamin Martin, Leiter der EEA (Evangelisation in Aktion, Partner der WEM), der leider nicht, wie vorgesehen, zur Konferenz kommen konnte, da es seiner Frau nach einem Unfall ziemlich schlecht geht. Abel Rozada berichtete von seiner Arbeit im Baskenland. In der Stadt Estella begann er mit seiner Frau vor sechs Jahren, eine Gemeinde aufzubauen. Anfangs trafen sie sich in einem 30qm großen Raum. Die Gemeinde wuchs und zog zunächst in einen 60qm, später in einen 90qm großen Raum um wo sich heute etwa 40 Personen treffen. Vor einundzwanzig Jahren kaufte die EEA ein Grundstück, sechs Kilometer von Estella entfernt und errichtete dort ein Freizeitcamp mit dem Namen „Siebeneichen“. Abel Rozada war von Anfang an dabei und leitete dieses Zentrum. Vor drei Jahren wurden die Räumlichkeiten erweitert und bieten heute für 80-100 Leute Platz. Gemeinden aus Nordspanien halten hier meist evangelistische Freizeiten ab. Daneben gibt es spezielle, evangelistische Freizeiten für Nichtchristen mit Englischunterricht und Modellbau.
Ana Maria Huck zeigte Fotos von der Missionskonferenz der evangelischen Gemeinden Andalusiens am 1. Mai, 2007 in Torremolinos, im Süden Spaniens. Das Zusammensein stärkte das Gemeinschaftsgefühl und rüstete durch gute Vorträge und Predigten neu aus für den Dienst im Reich Gottes. Am Nachmittag fand eine große Evangelisationsveranstaltung im Stadtzentrum von Torremolinos statt. Das Ehepaar Bruno und Lidia arbeiten, nach der theologischen Ausbildung, seit einem Jahr als Praktikanten in der Gemeinde in Torremolinos mit. Sie waren während der Konferenz und den Einsätzen stark engagiert. Ihre Zukunft ist noch ungewiss, da EEA nicht die Finanzen hat, um sie als Vollzeitmitarbeiter zu übernehmen.
Nach einem Chorlied berichteten Elisabeth und Nicola Martella aus ihrer Arbeit in der Umgebung von Rom. 1984 begann Nicola, an der Bibelschule in Rom zu unterrichten. Parallel boten sie Kinderstunden zu Hause an und kamen dadurch in Kontakt mit den Eltern und Familien. Es folgten Kinderfreizeiten und Straßeneinsätze mit Büchertischen. 1990 entstand in Finocchio aus einem Hauskreis eine Gemeindearbeit mit vier Erwachsenen zunächst in einer Garage. Im Jahr 2000 hatte diese Gemeinde 70 Mitglieder und ist inzwischen selbständig. Weitere Gruppen wurden von Martellas in folgenden Orten gegründet und betreut: Frescati, Tivoli, Rocapriora und Dueleoni. Neben Gemeindearbeit sind Martellas in Seelsorge und christlicher Literatur engagiert. Nicola Martella schreibt Bücher über evangelische Theologie, von denen es nur sehr wenige in italienischer Sprache gibt.
Nach einem Gemeindelied berichtete Nicolas Kessely über die Arbeit von France pour Christ im Norden und Osten Frankreichs. Ehepaar Fleck informierte über die Arbeit in ihrem evangelistischen Buchladen in Besancon, wo sie neben christlicher Literatur auch Dritte-Welt-Artikel verkaufen, um den Menschen die Schwellenangst zu nehmen.. Anschließend gab Bettina Dolmetsch einen aktuellen Einblick in die Arbeit des Institute Biblique, wo sie im Kinderbibelfernkursprogramm mitarbeitet.
Anschließend führte Martin Symons seinen Vortrag zum Konferenzthema fort: 6. Der Kampf des Glaubens. Dabei geht es um den Kampf, den der Glaube mit sich bringt. Das sind meist innerliche Kämpfe, die wir als Nachfolger Jesu ausfechten müssen. Wichtig ist, dass wir sie annehmen und gut kämpfen und unseren Glauben nicht verlieren (1.Timotheus 6,12; 2.Tim.4,7). 7. Der Kampf für den Glauben. Wir sollen unseren Glauben an Jesus Christus öffentlich verteidigen und auch in Bedrängnis dafür einzutreten (Jud.3). Es geht dabei auch um die Bereitschaft, jedem der danach fragt Rechenschaft abzulegen über die Hoffnung, die wir als Christen haben (1.Petrus 3,15). 8. Der Kampf gegen die Sünde. Anfechtungen und Versuchungen zu widerstehen bedeutet Kampf. Es geht dabei um die Abkehr von Sünde, um das Festhalten an Gottes Wort, um Gehorsam gegenüber Gottes Weisungen und darum, Sünde zu erkennen und zu bekämpfen (Hebräer 12,4). 9. Der Kampf in der Welt. Richte ich mein Denken, Handeln und Fühlen nach der Welt? Wir sollen uns nicht dieser Welt gleich stellen, sondern danach trachten, Gottes Willen zu tun (Römer 12,2). Nur durch den Glauben können wir der Welt widerstehen (1.Johannes 5,3-5). Wenn wir Christus gehören, dann kann uns niemand von Gott trennen und wir werden alles überwinden können was uns von Gott trennen will (Römer 8,35-37). 10. Der Kampf gegen das Böse. In diesem Kampf geht es darum, dass wir uns immer wieder bewusst gegen das Böse und für das Gute entscheiden. Diesen täglichen Kampf können wir mit Jesu Hilfe und intensivem Hören auf den Heiligen Geist gewinnen (Römer 12,21; Epheser 4,25-32; Sprüche 15,1).
Als Höhepunkt des Nachmittags wurde für die Missionare aus Belgien, Italien, Frankreich und Spanien, die an der Konferenz teilnahmen, gebetet und ihr weiterer Dienst dem Segen Gottes anbefohlen.
Dr. Wilhelm Dörr beschloss die Konferenz mit einem Schlusswort und mit Gebet.