Die WEM arbeitet in:
In diesen Ländern unterstützt
sie einheimische Missionare
bei verschiedenen Aufgaben.
J. Pfründer-Missionsleiter
Gastgeber ist die Evangelische Gemeinschaft Lützellinden an der Schule 3, in 35398 Gießen-Lützellinden.
Am Samstagvormittag treffen sich die Mitglieder der WEM zu ihrer Jahreshauptversammlung. Neben verschiedenen Wahlen, ehrenamtliche Mitarbeiter betreffend, werden vier neue Mitglieder aufgenommen.
Am Nachmittag findet eine Gesprächsrunde mit Missionaren und Missionsfreunden statt. Am Samstagabend und Sonntagnachmittag berichten Missionare aus Belgien, Frankreich, Italien und Spanien über den Verfall biblischer Werte in ihren Ländern und über persönliche Erfahrungen mit Jesus Christus. Festredner ist Dr. Stephan Holthaus von der FTH Gießen.
Dr. Stephan Holthaus von der FREIEN THEOLOGISCHEN HOCHSCHULE in Gießen spricht zum Thema der Konferenz. Die Evangelisation Europas beginnt mit Apostelgeschichte 16,9-10, wo beschrieben wird, wie ein Mazedonier, also ein Europäer, dem Paulus in einer Vision erscheint und ihn bittet: „Komm herüber und hilf uns!“ Was wir heute brauchen ist eine Re-Evangelisierung Europas. Es dauerte 1000 Jahre bis Europa ein christlicher Kontinent war. Heute ist Europa nicht mehr christlich. Es gibt nur noch Restbestände von Christen. Wir sind heute wieder bei Apostelgeschichte 16. Die Christen in Europa brauchen einen neuen Blick für das nachchristliche Europa. Sie müssen erkennen, wie wichtig Mission in Europa und speziell in Westeuropa ist. Die Christen in Westeuropa brauchen uns Christen in Deutschland, unsere Gebet und unsere materielle Unterstützung. Die Gemeinden in Westeuropa sind meist klein, schwach und arm und auf Hilfe angewiesen.
Europa ist und war in erster Linie eine Wertegemeinschaft. Früher waren es die christlichen Werte, die die europäischen Länder miteinander verbanden: Menschenrechte, Toleranz, Solidarität mit den Schwachen, Freiheit, Gleichheit. Teilweise folgen die Europäer diesen Werten auch heute noch, ohne zu wissen, woher sie kommen. Manche dieser Werte werden allerdings pervertiert. Evangelikale Christen werden immer weniger toleriert. Das ungeborene Leben hat keine Menschenwürde mehr. Die Menschen wenden sich immer mehr vom christlichen Glauben ab. Dennoch zeigen Trendforscher, dass die Menschen in Europa wieder religiöser werden. Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie ein Interesse am Gott der Bibel haben. Andere Religionen werden stärker in Europa. Der Islam breitet sich immer weiter aus. Der Buddhismus ist längst zu einer Modereligion geworden. Der Dalai Lama wird hofiert und der Okkultismus führt einen Siegeszug in Europa.
Auch gibt es diesseitigen Alltagsreligionen, die für viele Menschen zu einem Kult geworden sind. Dazu gehören der Fußballkult, der Fitness-, Schönheits-, Musik- und Jugendkult. Wissenschaft und Technik werden ebenfalls für viele Menschen zu Ersatzreligionen.
Als Christen muss uns klar sein, dass wir damit rechnen müssen, von der Welt wegen unseres Glaubens verfolgt zu werden. Dennoch ist es wichtig, dass wir unseren Glauben stärker verteidigen und uns mit anderen Religionen auseinandersetzen. Die Menschen brauchen nichts nötiger als Jesus Christus. Der Mensch kann ohne Gott nicht leben. Er sucht nach Gott, aber leider bei den vergifteten Brunnen und nicht beim lebendigen Wasser.
Vincenzo und Rosina Lorefice aus Ispica in Sizilien berichten, dass sie seit 29 Jahren mit der WEM in Ispica als Missionare arbeiten. Die Menschen in Sizilien sind offiziell katholisch, doch sie kennen die Bibel nicht. Sie sind tief verstrickt in Okkultismus, Spiritismus, Traditionen und Heiligenverehrung. Familie Lorefice arbeitet in vier Ortschaften: Ispica, Pozallo, Rosolini und Augusta. Es sind kleine Gemeinden, die nur langsam wachsen. Viele Menschen begreifen, dass es wichtig ist, eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus zu haben und die Bibel zu lesen, aber sie haben Angst vor den Konsequenzen. Oft droht ihnen der Verlust des Arbeitsplatzes oder sie werden aus der Familie verstoßen, wie es Vincenzo selbst passierte, als er Jesus annahm.
Nicola und Elisabeth Martella aus Rom arbeiten seit 25 Jahren mit der WEM. Sie betreuen Gemeinden und Hauskreise in fünf Orten etwas außerhalb von Rom. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Seelsorge über das Internet. Nicola ist theologischer Lehrer und schreibt gut verständliche theologische Bücher für Christen, die in ihrem geistlichen Leben vorwärts kommen wollen.
Martin und Lydia Symons aus Lommel in Belgien machen deutlich, dass die Jugend in Belgien keine Werte mehr hat. Viele junge Ehen gehen schon nach wenigen Jahren in die Brüche. Drogen und Okkultismus sind weit verbreitet. Martins Hauptaufgabe ist die Seelsorge, besonders auch unter Nichtchristen. Die Jugend in Belgien will keine Religion, sondern persönliche Beziehungen und Werte. Die Christen werden genau beobachtet. Nur wenn sie glaubwürdig leben, haben Menschen ein Interesse daran, den Gott der Christen kennen zu lernen.
Benjamín Martín, Direktor von EVANGELISMO EN ACCION (EEA) berichtet, dass die Gesellschaft in Spanien aus vielen Menschen verschiedener Rassen und Sprachen besteht. Satanismus und Okkultismus sind weit verbreitet. Durch öffentliche Kinderfeste, Musikfestivals, Konzerte, Freizeiten und christliche Literatur erreicht EEA viele Menschen mit dem Evangelium. In den 42 Jahren seit Gründung von EEA sind viele Gemeinden im Norden und Süden des Landes entstanden auch durch die Hilfe der WEM.
Ana María Huck, Mitarbeiterin bei EEA berichtet über die vergangenen Monate, die schwer für sie waren. Vor fünf Monaten starb ihr Mann an Krebs. Sie waren 44 Jahre verheiratet und arbeiteten zusammen 40 Jahre im Dienst Gottes in Spanien. Die Leidenszeit ihres Mannes war eine harte Prüfung Gottes. Sie bittet Gott, ihr zu helfen, das Richtige aus dieser Leidenszeit zu lernen. Ana María bekehrte sich mit 5 Jahren und wollte damals schon Missionarin werden. Missionsarbeit unter Kindern ist ihr sehr wichtig. Sie organisiert für EEA jeden Sommer Kinder- und Jugendfreizeiten. Auch in der Radioarbeit ist sie stark engagiert. Sie führte die Arbeit ihres Mannes weiter, der ein fünfjähriges Bibelprogramm, das durch die komplette Bibel führt, übersetzt und für Spanien angepasst hatte. Vor wenigen Wochen wurde das Programm abgeschlossen. Viele Menschen, die nie in eine Kirche gehen würden, werden über Radio damit erreicht.
Abel Rozada, Missionar bei EEA, kam vor zehn Jahren mit seiner Familie nach Estella in Nordspanien, um dort eine Gemeinde mit aufzubauen. Sie beteten regelmäßig dafür, dass ein Einheimischer sich bekehrt. Die alteingesessenen Menschen sind sehr tief in ihren Traditionen verwurzelt und wollen ihre Lebensumstände nicht ändern. Die Gemeinde wuchs. Es kamen Ausländer zum Glauben. Menschen, die schon gläubig waren schlossen sich ihnen ebenfalls an. Erst nach vier Jahren kam die erste Einheimische zum Glauben. Doch als sie getauft werden sollte verschwand sie und kam nie wieder. Dann kam Carla, eine Ärztin aus Nicaragua und bekehrte sich. Ihr Mann, ein Einheimischer war Atheist. Vor einem Jahr bekehrte er sich und ließ sich mit seiner Frau zusammen taufen. Er ist der erste Einheimische, der sich der Gemeinde verbindlich angeschlossen hat.
Pierre und Martine Fleck, Missionare von FRANCE POUR CHRIST, in Besançon, Frankreich, betreiben den christlichen Buchladen EXEDRE mit 3.-Welt-Artikeln. Eine christliche Buchhandlung allein funktioniert in Frankreich nicht. 3.-Welt-Artikel sind in Frankreich groß in Mode. Mit den Kunden führen sie Gespräche bei einer Tasse Kaffee. Pro Monat kommen etwa 1500 Kunden. Flecks haben jedes Jahr einen Stand auf einer Bio-Messe und auf dem Weihnachtsmarkt. Im EXEDRE können Christen ein Praktikum machen oder ehrenamtlich mitarbeiten.
Pascal und Michaela Herrmann, Missionare von FRANCE POUR CHRIST, arbeiten in Lille unter Studenten. In Frankreich stellen junge Menschen und vor allen Dingen Studenten, alles in Frage, was sie zu Hause hören. Dafür sind sie offen für Neues. In Lille gibt es fast 100.000 Studenten, von denen vierzig an Jesus Christus glauben. Unter den Studenten besteht ein intellektuelles Interesse an der Bibel. Sie haben fünf Bibelgruppen, in denen sie mit den Studenten die Bibel studieren. Sie brauchen dringend ein großes Haus für ihre Arbeit. Ein vielversprechendes Projekt ist im Gespräch.
Ein besonderer Dank gebührt der gastgebenden Gemeinde für das gute Gelingen der Konferenz. Vielen Dank für die musikalischen Begleitung durch das Gesangstrio „WDR-Ensemble“, Simone und Gino Riccitelli und Jürgen Schmidt. Dorothea Schmidt und allen Helfern aus der Gemeinde, die vor und hinter den Kulissen tätig waren, danken wir ganz herzlich für ihren Einsatz.